Hutba: Halal leben

Freitagspredigten

Minbar

Verehrte Muslime!

„Halal“ und „haram“ sind wichtige Begriffe im Islam. Was religiös erlaubt ist, nennt man halal, was verboten ist, ist haram. Wer sich die Gebote und Verbote Allahs zu Herzen nimmt, sucht in allen Lebensbereichen das, was halal ist, und hält sich von allem fern, was haram ist. Im Koran heißt es: O ihr Menschen! Esst von dem, was auf Erden erlaubt und gut ist, und folgt nicht den Fußstapfen Satans; siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind.“[1]

Liebe Geschwister!

Wir sind nicht ohne Wegweiser auf unserer Lebensreise. Halal zu leben bedeutet, das Maß in dem zu suchen, was halal ist und dabei nicht zu übertreiben und zu verschwenden. Im Koran heißt es: Esst von den guten Dingen, mit denen wir euch versorgen, und dankt Allah, so ihr ihm dient.“[2] Unser Prophet ﷺ sagte: „Halal ist das, was Allah in seinem Buch für erlaubt erklärt hat, und haram ist das, was Allah in seinem Buch für verboten erklärt hat. Worüber er aber geschwiegen hat, ist das, worüber er hinwegsieht (mubah).”[3] Dabei hat uns Allah nicht alleine gelassen. Er hat uns das Gute, Schöne und Richtige gezeigt und uns auf das Schlechte, Hässliche und Falsche hingewiesen. Dafür danken wir ihm zutiefst.

Verehrte Muslime!

Für einen Muslim ist es wichtig, stets das Wohlgefallen Allahs in den Vordergrund zu stellen. Denn für alles, was er in der Welt tut, wird er im Jenseits Rechenschaft ablegen. Deshalb sollte er das Leben, das ihm Allah geschenkt hat, dem Weg widmen, der zu Allah führt. Im Koran steht dazu: Sprich: ‚Siehe, mein Gebet, mein Gottesdienst, mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten.”[4] Für Allah zu leben und sein Wohlgefallen zu erlangen, erfordert eine große Sensibilität.

Liebe Geschwister!

Wenn man von halal und haram spricht, dann ist damit nicht nur Essen und Trinken gemeint. Halal und haram betrifft alle Lebensbereiche. So wie wir beim Essen auf halal achten, so tun wir das auch beim Geldverdienen – und auch beim Geldausgeben. Unser Prophet Muhammad ﷺ hat uns auf folgende Gefahr aufmerksam gemacht: Es wird eine Zeit kommen, in der der Mensch nicht darauf achten wird, ob das, was er erwirbt, halal oder haram ist.“[5]

Der Islam ist die Religion des rechte Maßes – in Bezug auf das Essen und Trinken, genauso wie für das, was wir verdienen und ausgeben. Das Wichtigste dabei ist, nicht verschwenderisch zu sein. Verschwendung heiß nämlich, das Maß zu überschreiten. Doc Allah möchte, dass wir beim Essen und Trinken, beim Lebensunterhalt, bei unseren Ausgaben, unseren Reisen und unserem Urlaub maßvoll sind. Ganz gleich, ob wir wohlhabend sind oder nicht; wichtig ist, ein ausgewogenes Leben zu führen. Das führt zu Allahs Wohlgefallen – und wer Allahs Wohlgefallen in dieser Welt den Vorrang gibt, dem ist das ewige Paradies verheißen.

Möge Allah uns zu denen gehören lassen, die auf halal und haram achten und dadurch im Diesseits und im Jenseits glückselig werden. Âmîn!

[1] Sure Bakara, 2:168

[2] Sure Bakara, 2:172

[3] Tirmizî, Libâs, 6; Ibn Mâdscha, At’ime, 60

[4] Sure An’âm,6:162

[5] Buhârî, Buyû, 23

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